





Seit 2024 habe ich meine Form von Kunst gefunden; eigentlich schon früher, denn Modelle zu bauen erwies sich als nützlich für meine vorletzte Tätigkeit als Bühnenbildner. (Dann erst kam der Kunstlehrer, jetzt der Künstler!). Die Modellsprache ist dreidimensional, aber im deutlich verkleinerten Maßstab, was sie gut konsumierbar macht und deutlich unaufwändiger ist, als in Originalgröße. Diese „Verzwergung“ bringt sie auch in Verbindung mit Spielzeug und Kindheit! Für den Bühnenbildner ist das Modell eine Möglichkeit zur raschen Verständigung über gemeinten Raum, es ist sozusagen Arbeitsmittel und keine Kunst, da es nicht aus sich selbst heraus eine Daseinsberechtigung erfährt. Es ging mir nun darum, dies zu ändern, dafür musste ich aber erstens dafür sorgen, dass mein Modell-Objekt mehr erzählt als nur ein dreidimensionaler Bauplan, ich musste es auf irgend eine Art und Weise präsentabel machen, erhöhen und die es umgebenden Außenwände gestalten, und: ich musste es illuminieren! So sind die „mutierten Stehlampen“ entstanden.
Im Innern des ehemaligen Lampenschirms spielt sich nun das Eigentliche ab; die Lampe gibt ihm nur Halt, Strom und Selbstbewusstsein… Darinnen sind Proberäume zum Experimentieren mit Konfrontationen, Kollisionen und Koinzidenzen.
Diese Verwirkungen von Raum finden weitgehend ohne figürliche Beobachter statt! (Das Ganze geht auch ohne Lampe, bekommt dann aber eine jeweils eigene äußere Form).
Ich probiere einfach aus, was in Wirklichkeit so nicht einfach möglich wäre. Beim Fotografieren oder Filmen in den Objektwelten entsteht darüber hinaus die Irritation, was an Abgebildetem nun wirklich „wirklich“ ist und was nur scheinbar. Die menschliche Wahrnehmumg lässt sich gerne betrügen, und bei diesem „Täuschungs“-Unterfangen bin ich künstlerisch gerne dabei…!
Allerdings befasse ich mich nicht mit exakter Nachahmung von Realität; ich will tatsächlich „nur“ spielen!
Nebenbei zeichne ich auch noch sehr gerne, male bisweilen und projektiere darüber hinaus ein surreales Pop-Up-Buch.


Birte Körbel schafft mit ihren Werken der Malerei und Skulptur eine Verbindung zwischen Realität und Abstraktion. Im eigenen ATELIER stein&bild experimentiert sie mit verschiedenen Materialien, um Texturen und Dimensionen in ihren Arbeiten zu schaffen. Ihre Arbeiten befassen sich mit persönlichen und gesellschaftlichen Themen, wobei sie oft Fragen der Identität und der menschlichen Erfahrung ansprechen.
In der Malerei trägt man auf und in der Steinbildhauerei arbeitet man abbauend. Was weg ist, ist weg.
Je nach Beschaffenheit des Steins reduziert sich die Form, die mit Spitzeisen und Fäustel aus dem Kalkstein, Marmor, Alabaster oder Granit herausgemeißelt wurde. Die Form der Skulptur „entwickelt“ sich, löst sich vom Stein. Es ist eine große Zweisamkeit mit einem Stein zu arbeiten – er erlaubt einem Einblicke in steinerne Tiefen. Die Suche nach einer Balance und Gleichgewicht im Spannungsfeld der Gegensätze bestimmt die Arbeit am Stein und auch Bild.
